20.09.2014, FK Litomerice – SK Horni Mecholupy 1:0

IMG_0682 IMG_0687 IMG_0691 IMG_0692 IMG_0693 IMG_0697 IMG_0700

Next stop: Litomerice!
Nach gut zweistündiger Fahrt inklusive Pinkelpause an einer Tanke, an der man nicht tanken konnte, erreichten wir die ca. 24.000 Einwohner zählende, ehemalige Kreisstadt Litomerice, wo das Spitzenspiel der 4. Liga Division B auf uns wartete.

Der auf Platz 2 stehende Gastgeber aus Litomerice erwartete den Tabellenführer. Hohe Fussballkunst sollte uns also erwarten!

Wenige Minuten vor Anpfiff erreichten wir den Ground. Erste Reaktion: Staunen! Zwar verfügt das „Stadion FK Litomerice“ nur über einen Ausbau auf einer einzigen Seite. Der kann sich dafür aber sehen lassen! Eine imposante Haupttribüne, komplett mit Sitzbänken ausgestattet, stilecht zu lang für den Ground, mit einer etwas deplazierten „Stehplatzwand“ an der rechten, und ranzigen, alten Stehrängen auf der linken Seite. Abgesehen von den Stehplätzen war das ganze dann auch überdacht und der Eintritt mit 8 Kronen ein echter Schnapper.

Während das Spiel schon lief wuselten wir wie kleine Buben, die gerade den neuen Nintendo zu Weihnachten bekommen haben, über die Tribüne, schnupperten einfach mal in der Geschäftsstelle rein, bestaunten das wirklich grandiose Vereinsheim und gönnten uns die erste Klobasa des Tages. Zumindest ich tat dies, während Pascal lieber verzichtete und sich in der Halbzeit einen Döner aus der unmittelbar neben dem Ground gelegenen Schmierbude gönnte.

Auf dem Platz gab es entgegen der Ausgangskonstellation nur Magerkost zu sehen, sodass wir zur Halbzeit ein ernüchterndes Resumee zogen. Bis uns einfiel, dass wir ja in Tschechien sind und da natürlich andere Massstäbe gelten, weshalb wir dann doch zu dem Entschluss kamen, dass wir einen absoluten Kracher zu sehen bekommen.

Gegen Ende der Partie hatten wir uns schon mit einem torlosen Unentschieden abgefunden, ehe der Gastgeber doch irgendwie noch die Kugel ins Netz beförderte. Beim Versuch die Führung nun über die Zeit zu bringen schreckten die Gastgeber dann vor nichts zurück. So forderte der Stadionsprecher die Ballkinder wild gestikulierend dazu auf, die Bälle einfach liegen zu lassen, statt ihnen hinterher zu rennen. Fair Play wird hier noch gross geschrieben!

Pascal indes sorgte mit dem Wunsch nach einem Schal dann noch für einigen Wirbel in der Geschäftsstelle, hielt das Objekt der Begierde dann letztlich doch in den Händen.

Nach Abpfiff stellten wir fest, dass man es in Tschechien mit den geltenden Spielzeiten wohl nicht so eng sieht und die Partie doch einfach mal knappe 20 Minuten später zu Ende war, als eigentlich einkalkuliert, was an der Halbzeitpause fest zu machen ist, die einfach mal statt der üblichen 15 Minuten satte 25 Minuten dauerte.

Also fix in die Karre, denn in der Hauptstadt warteten bereits die nächsten Abenteuer auf unsere Helden.

PS: Ich brauche endlich mal eine vernünftige Kamera, da der Ground auf meinen Bildern nicht annähernd so wahnsinnig geil rüber kommt, wie er uns direkt vor Ort vorgekommen ist.

20.09.2014, FK Banik Sokolov – FK Varnsdorf 2:0

IMG_0656 IMG_0659 IMG_0661IMG_0675 IMG_0663

Quasi kein Schlaf blieb mir in der Nacht vor Tourstart, klingelte der Wecker doch bereits um 1 Uhr in der Früh. Die Freundin konnte nur den Kopf schütteln, denn es sollte nach knapp einem Jahr mal wieder ins Mutterland der verpeilten Fans gehen: Tschechien!

Fettige Klobasa, ranzige Stadien, ranzige Hotels, ranzige Autobahnen, ranzige Dörfer und eine Fankultur, die dermassen schlecht ist, dass man sie schon wieder als „kultig“ beschreiben könnte.

In den letzten Jahren hat sich mein Konsum von Hopping-Zines, in denen das östliche Nachbarland Deutschlands eine zentrale Rolle spielt, drastisch erhöht und ich oute mich nun hier: Tschechien ist fussballtechnik mein absoluter Favorit!

Eine Stunde, nachdem der Wecker geklingelt hatte, war ich bereits auf der Autobahn gen Osten unterwegs. In St. Gallen galt es noch meinen Mitfahrer Pascal einzuladen. Wie das bei Hoppern nunmal so ist wurde ein Grossteil der Fahrt mit Laberei über vergangene Touren, Spielbesuche und Erfahrungen geteilt. So musste Pascal etwas länger auf seine nächste Tour nach Tschechien warten: Er war zuletzt 2005 bei nem Länderkick zwischen dem Land der Honzas und Finnland zugegen, damals noch mit Krachern wie Jari Litmanen (damals in Diensten von Hansa Rostock), Pavel Nedved, Jan Koller und Co.!

Meine letzte Honza-Tour datiert aus dem Jahr 2013, als ich u. A. das „grosse“ Prager-Derby zwischen Slavia und Sparta Prag begutachten durfte.

Der erste Kick der Tour führte uns jedoch ins beschauliche Sokolov zu einem Kick der 2. Liga. Gast war der recht unbekannte FK Varnsdorf (wahrscheinlich kennen einige nicht einmal das Heimteam). Der FK Banik hingegen hat schon einige Jahre 1. Liga hinter sich und verfügt in den „West Miners“ auch über eine typische kleine, verpeilte Fanszene, die natürlich nicht mit sinnlosem Support geizte und immer mal wieder in Form von Schlachtrufen und homophoben Gesängen etwas von sich hören liess.

Das Spiel an sich war dann auch unterhaltsamer, als befürchtet. Zwar kann man in der 2. Liga Tschechiens natürlich kein hohes Niveau erwarten, dennoch ging es in der Partie zwischen den beiden unmittelbaren Tabellennachbarn im Mittelfeld der Liga immer wieder hin und her. Mit Torchancen geizten beide Teams nicht, am Ende setzte sich jedoch der Gastgeber verdient mit 2:0 durch.

Das Stadion konnte ebenfalls gefallen. Ein weites Rund mit Laufbahn, einer überdachten Gegengerade, die etwas „neuer“ aussah, als der Rest der Schüssel, und eine sehenswerte Haupttribüne mit VIP-Sitzen, auf die sich aber auch jeder x-beliebige Honza setzte. Immerhin gepolstert war der Spass!

Auch der Zugang zum Stadion ist etwas kurios. Da nämlich eine Brücke über den unmittelbar neben dem Stadion gelegenen Fluss momentan renoviert wird, hat man dort enfach zwei Bretter drüber gelegt und die ankommenden Fans müssen einzeln über diese Bretter balancieren. Abenteuerlich!

Den obligatorischen Gästekäfig gab es natürlich auch in einer der weit gezogenen Kurven. Dieser blieb heute jedoch leer. Zumindest, was Gästefans angeht. Denn ein paar ältere Herrschaften liessen es sich nicht nehmen dennoch im Gästebereich Platz zu nehmen. Völlig sinnlos, da sich im Stadion maximal grob geschätzte 1.100 Zuschauer befanden und auf den Geraden genügend Platz war. Sicher sowas wie die Althauer, die sehnlichst mal wieder auf Gegner in der Tristesse der 2. Liga warten.

Klobasa wollte ich mir dann um 10:15 Uhr noch nicht gönnen. Für Tschechien-Laien: Dort wird in der 2. Liga und abwärts tatsächlich schon um 10:15 Uhr angepfiffen. Für deutsche Verhältnisse jetzt nicht sooo ungewöhnlich, denn ein ganzer Haufen Kreisliga-Kicks wird in der Bundesrepublik teilweise noch früher angepfiffen. In der Schweiz hingegen sieht man derlei Anstosszeiten so gut wie gar nicht.

Die frühe Anstosszeit hielt die Einheimischen dann jedoch auch nicht davon ab, sich die ersten Bierchen zu Gemüte zu führen.

Unmittelbar nach Abpfiff verliessen wir das Stadion, vorbei am „Tanzlokal Hamburg“, in Richtung des nächsten Kicks des Tages…

16.09.2014, FC Ruswil III – FC Malters III

1 2 3 4 5

Kracherpartie im 5. Liga-Cup der Innerschweiz! Die dritte Mannschaft des FC Ruswil, die sich selbst „Ruswil Drüüü“ nennt, trifft im „Derby“ auf die dritte Mannschaft des FC Malters. Klar, in diesem Spass-Cup gibt es höchtwahrscheinlich nur Lokalderbys, das hält mich aber nicht davon ab mir die Partie dennoch rein zu ziehen.

Also ging es an jenem Dienstagabend entspannt auf die Sportanlage Schützenberg. Normalerweise spielt hier die erste Mannschaft des FCR in der 2. Liga Interregional noch auf mehr oder weniger ansehnlichem Niveau. Aber man will ja auch den Dienstagabend angemessen sinnvoll gestalten.

Genau 13 Minuten benötigte ich, um von der eigenen Haustüre an den Ground zu gelangen. Dort hatte man scheinbar die Rechnung ohne mich gemacht, denn die Partie lief schon, obwohl die angegebene Anstosszeit noch gar nicht erreicht war. Scheinbar hatte der Schiedsrichter es eilig die Partie möglichst schnell zu Ende zu bringen, schien er sich doch mehr für das kurze Zeit später beginnende Match in der Champions League zwischen dem FC Basel und Real Madrid zu interessieren. Anders lässt sich seine ständige Fragerei nach dem momentanen Spielstand und sein extremer Leistungsabfall nach dem 3:0 für Real nicht erklären.

Vor Ort handgezählte sieben Zuschauer, wenn man nicht kleinlich ist und die An- und Abwanderbewegung einzelner Personen nicht berücksichtigt. Die volle Partie sah eigentlich, so vermute ich, nur der nette ältere Herr, zu dem ich mich nach der obligatorischen Stadionrunde gesellte. Dieser harrte nämlich unermüdlich auf der einzigen Tribüne aus, während sich der Rest der Zuschauer spätestens zur Halbzeit ins Vereinsheim verdünnisierte, um dort das angesprochene CL-Match zu verfolgen.

Für Highlights sorgte zunächst das Spiel jedoch nicht. Da mussten schon die Höhepunkte ausserhalb des Rasens herhalten, um mir ein erstes Schmunzeln zu entlocken. Unmittelbar vor mir hatte sich ungefähr zur 15. Minute ein Päärchen eingefunden, dass man so gut auch in irgendeinem versifften Nazikaff in Sachsen hätte antreffen können. Er mit Bier in der Hand, versifftem Pullover, lila Jogginghose. Sie komplett im grauen Jogger gekleidet. Herrlich!

Nun entglitt dem männlichen Part der beiden dann nach wenigen Minuten ein deftiger Rülpser. Das war dann scheinbar sogar seiner Gattin zu viel, kurz darauf warden die beiden nämlich nicht mehr gesehen.

Auf dem Platz wie gesagt magere Kost. Einziger Höhepunkt der Partie war ein, natürlich genau so gewollter, Schuss aus gut 40 Metern, der seinen Weg über den Torwart hinweg ins Tor fand. 1:0 für die Gäste. Noch vor der Pause machte Malters das 2:0, ehe Ruwsil noch einmal auf 1:2 heran kam. Nach der Pause gab es eigentlich nur mieses Gebolze und aggressives Geholze von beiden Mannschaften, wobei Ruswil da noch eine Schippe mehr drauf legte, als die Gäste. Malters machte noch zwei Buden, die allesamt aus individuellen Fehlern der Ruswiler resultierten, und schaukelte das Ding nach Hause.

Als erster verliess der Schiedsrichter das Feld, um sich ungeduscht auch im Vereinsheim breit zu machen und den Rest des CL-Matchs zu begutachten.

Nettes Spielchen am Dienstabend, Amateurfussball in Reinkultur, dafür aber arschkalt, sodass ich mir direkt ne Erkältung einfing.

13.09.2014, FC Wolhusen – Team Amt Entlebuch 1:1

Nach dem Kick in Kriens ging es also nach Wolhusen. Genau, da war ich schon am vergangenen Dienstag, deshalb gabs für mich auch keinen neuen Ground. Für Pascal jedoch reichte es nur für die ersten 45 Minuten, ehe die Pflicht rief und er sich verabschieden musste

Dass er viel verpasst hätte kann man leider auch nicht sagen. Irgendwie ist es frustrierend, dass die Leistungen des Teams so arg unkonstant sind. Nach einem super Spiel in Sempach und einem ordentlichem Match in Schüpfheim gegen den immer noch ungeschlagenen Tabellenführer aus Willisau mit der wirklich unglücklichen Niederlage folgte nun wieder ein eher schwächeres Spiel. Zwar hatten wir mehr Spielanteile und auch die deutliche bessere Spielanlage zu bieten. Aber die körperliche Robustheit des Teams lässt etwas zu wünschen übrig, wofür die Mädels aber nichts können, weil sie einfach oft einen Kopf kleiner sind, als ihre Gegnerinnen.

Gegen Wolhusen machte sich das nun deutlich bemerkbar, kamen die Mädels des FCW doch hauptsächlich durch harte Zweikampfführung und einfach mehr Biss und Robustheit in den Zweikämpfen ins Spiel. Das Tor zum 0:1 aus TAE-Sicht war dann auch wieder leicht unglücklich. Und wieder spielte die mangelnde Chancenauswertung eine Rolle.

Die Mannschaft spielt so einen feinen Fussball, kombiniert sich wirklich hervorragend durch. Nur ist dann jedes Mal am Strafraum Ende Gelände. So bringen sich die Mädels oftmals selbst um den verdienten Lohn. So auch gegen Mitaufsteiger Wolhusen. Aber ich glaube, dass sich das Team selbst am meisten ärgert darüber, wenn sie auch zufrieden damit sein können, wie sie als Mannschaft insgesamt auftreten. Man kann dem Team nur wünschen, dass möglichst bald der Knoten endgültig platzt, denn von der Spielanlage und auch den individuellen Fähigkeiten haben die Mädels im Abstiegskampf nichts zu suchen.

Vielleicht ist die zweiwöchige Pause dank des Freiloses in der 1. Runde des IFV-Cup ganz gut, damit das Team mal wieder den Kopf frei kriegt und sich die angeschlagenen Spielerinnen erholen können.

Nach der Pause geht es dann aber direkt hart weiter, denn der FC Küssnacht kommt ins Entlebuch. Da haben wir im Schweizer-Cup vor gar nicht allzu langer Zeit schlecht ausgesehen. Das war aber ein ganz anderes Spiel mit anderen Voraussetzungen. Und dass die Küssnachterinnen nicht unbesiegbar sind, zeigte zuletzt der FC Adligenswil, der sich ein 1:1 Unentschieden gegen den FCK erkämpfen konnte. Die Mädels des FCA sind wohlgemerkt selbst noch ohne Sieg in der laufenden Saison!

Ausserhalb des Rasens war schön zu sehen, dass einige Zuschauer anwesend waren, die die Daumen für das Team Amt Entlebuch drückten. Klar waren das zum Grossteil Familienangehörige, oder Freunde der Spielerinnen. Aber auch das zeigt ja, dass ein gewisses Interesse an der Mannschaft da ist und die Leute auch gut mit gehen bei den Spielen. Zumindest ist es bei mir so und der ein oder andere Familienvater war teilweise auch gut bei der Sache.

An dieser Stelle dann auch noch ein Dankeschön für den leckeren Kuchen, wer auch immer den gemacht haben sollte! 😉

Zuletzt gibts dann noch den „offiziellen“ Bericht für euch, der dann auch wie immer im EA zu finden sein wird.

Fotos gibts leider keine. Ich Depp hatte ja meine Cam vergessen und Bilder vom Ground gabs ja schon vergangenen Dienstag an dieser Stelle zu bestaunen, da müssen wir nicht unnötig den Speicherplatz auf dem Server verschwenden.

Also dann: Hopp Entlebuch!

Nicht über ein 1:1 Unentschieden hinaus kam am vergangenen Samstag das vom Verletzungspech verfolgte Team Amt Entlebuch im Aufsteigerduell beim FC Wolhusen.
So gingen Angreiferin Anita Krummenacher und Daniela Stadelmann arg verletzungsgeschwächt in die Partie, in der der Gastgeber aus Wolhusen bereits in der vierten Spielminute zum Führungstreffer kam.

Die Wolhusenerinnen nutzten eine Unachtsamkeit in der Defensive der Entlebucherinnen nach einem Eckball und konnten aus dem Gewühl heraus durch Seline Koch das 1:0 markieren
Hiernach drängte das Team Amt Entlebuch energisch auf den Ausgleich. Dabei hätte die Spielanlage der beiden Teams nicht unterschiedlicher sein können. Während die Gastgeberinnen ihre körperliche Überlegenheit in die Waagschale warfen und robuster in den Zweikämpfen agierten, versuchte TAE immer wieder durch übersichtliches Kombinationsspiel über die Aussenpositionen zu Tormöglichkeiten zu kommen. Dabei offenbarte das Team die üblichen Probleme im Abschluss, sodass es bis zur 79. Spielminute dauerte, ehe die Gäste zum Ausgleich durch die trotz angebrochenem Nasenbein und Rückenproblemen aufgelaufene Anita Krummenacher kamen.

Erst danach übernahm das Team Amt Entlebuch die Kontrolle über die Partie, kam aber nicht mehr gefährlich vor das Gehäuse des FCW.
Ein Unentschieden, mit dem die Gastgeberinnen besser leben können, das beide Mannschaften in der Tabelle aber nicht so recht weiter hilft. Das Team Amt Entlebuch bleibt somit mit bislang 4 erspielten Punkten auf dem 6. Tabellenrang, während die noch sieglosen Wolhusenerinnen mit nun 2 Punkten weiterhin Tabellenletzter bleiben, nachdem Konkurrent FC Adligenswil zu einem überraschenden 1:1 gegen den FC Küssnacht kam.

Für das Team Amt Entlebuch spielten:
Jenny Glanzmann, Ramona Bucher, Daniela Stadelmann, Fabienne Schmid, Carla Vogel, Anja Dahinden, Deborah Müller, Chantal Bieri, Janine Zemp, Eliane Fuchs, Anita Krummenacher
Bank: Rahel Wicki, Olivia Vogel, Carla Zihlmann, Selina Burri, Marlies Aeschlimann

13.09.2014, SC Kriens – FC Luzern U21 3:2

1535479_10204597058705952_7195470069366786981_n 10609714_10204597058265941_5256123901710961143_n 10689753_10204597059025960_4963358394769352312_n

Am Samstagnachmittag winkte das „Luzerner Derby“ zwischen dem SC Kriens und der Zweitvertretung des FC Luzern. Und erstmals hauste ich nicht alleine vor mich hin im mehr oder weniger weiten Rund! Pascal aus St. Gallen begleitete mich zu diesem Kick, der Auftakt für so eine Art „Doppler“ war, zumindest für Pascal.
An dieser Stelle auch noch einmal Danke, dass ich deine Bilder nutzen darf, weil ich Schussel vor lauter Aufregung endlich mal einen Hopper aus der Schweiz live, in Farbe und persönlich kennen zu lernen vergessen hatte!

Die Sportanlage Kleinfeld weist eine schniecke, kleine Haupttribüne auf. An den restlichen Seiten der Anlage befinden sich einige Stufen, wie man sie von 0815-Sportplätzen kennt. Kaum zu glauben, dass hier noch vor ca. 15 Jahren Nationalliga A gespielt worden sein soll!
Vom alten Glanz des SCK ist indes nicht mehr viel übrig. Mit 700 Zuschauern vermeldet man heute sogar Saisonrekord. Von den einst so zahlreich anwesenden „Supporters Kriens“ waren indes nur noch einige ältere Kaliber am Start, die wenigstens ab und an mal etwas von sich hören liessen.

Natürlich war auch die ultraorientierte Szene des FCL am Start, denn das Super League Team sollte erst am Folgetag bei den Young Boys aus Bern antreten. Und natürlich bestätigten mir die Jungs (ausschliesslich!) wieder einmal, dass sie scheisse sind.
Abgesehen von zahlreichen homophoben Gesängen in Richtung der Krienser vielen sie lediglich durch irgendeine abgewandelte Form der englischen Nationalhymne auf. Was die jetzt da genau sangen konnte mir nicht einmal der Urschweizer Pascal sagen. Klar, dass sie hier nen Megaauftritt hinlegen würden war ziemlich unwahrscheinlich. Dass man dann aber nix anderes zu Stande kriegt als ziemlich plumpe homophobe Sprechchöre in Richtung Gegner zu gröhlen liess mich dennoch ein ums andere Mal mit dem Kopf schütteln. Vom Style der Leute will ich gar nicht reden, aber da habe ich sicherlich noch die deutsche Brille auf. Wobei, Lugano fand ich damals auch recht stylisch und das ist ja auch eine schweizer Szene, die sich aber wohl eher an Italien zu orientieren scheint.
Wenn man aber auf den brazigen Assistyle steht, dann ist man in Luzern schon richtig. Erinnert arg an solche 0815-Szenen in Deutschland, die sich gerne mal „unpolitisch“ geben. Allerdings soll es wohl auch Tendenzen in der Luzerner Szene geben, die sich in die richtige Richtung entwickeln. Man darf gespannt sein,w as sich da in den kommenden Wochen und Monaten entwickelt.

Der Spielverlauf bot dann auch einiges. Schnell zog der SCK mit 3:0 davon. In Hälfte Zwei konnten die „kleinen“ Luzerner aber noch auf 2:3 verkürzen, was den Mob im Gästebereich noch einmal zum Ausrasten brachte, ehe ein Platzverweis die Sturm und Drang-Phase der Gäste jäh beendete. Ein paar Becher flogen noch in Richtung der Krienser und des Linienrichters, ehe die Partie etwas verspätet abgepfiffen wurde.

Danke an dieser Stelle auch gleich noch an den SC Kriens für den freien Eintritt und den leckeren Burger!

Nach der Partie gings dann im Stechschritt zu den fahrbaren Untersätzen und zum zweiten Kick des Tages.