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10.08.2014, FC Wohlen – FC Wil 1900 2:1

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Bild: Schweizer Kurvenkultur

Heimspiel im Stadion Niedermatten. Der FC Wohlen hat mich wohl jetzt endgültig in seinen Klauen, welche sich aber wie samtige Pfoten anfühlen. Ich fühle mich nämlich recht wohl(-en) bei diesem Club, sodass ich auch heute beim Match gegen den FC Wil am Start war.

Im Vorfeld bin ich auf einige Jungs gestossen, die eine Art Fangruppierung beim FC Wohlen installieren wollen. Namentlich nennt sich diese Gruppe „Blue-White Tifosi Wohlen“ und besteht hauptsächlich aus Leuten aus Wohlen selbst und den umliegenden Ortschaften. Zumindest die beiden initiatoren machten auf mich einen positiven Eindruck.

Also, so gabs erstmals nach einer langen Durstrecke wieder so etwas wie organisierten Support beim FC Wohlen. Ca. 15 Leute sammelten sich hinter der Tifosi-Fahne und machten das für ihre ersten Versuche ganz passabel. Natürlich fehlt es noch an adequatem Liedgut und der nötigen Abwechslung. Auch wurde es nicht geschafft wirklich die vollen 90 Minuten für eine Art Dauersupport zu sorgen, aber das war auch nicht der Anspruch. Mit ein paar Gleichgesinnten ein wenig für akustische wie optische Unterstützung sorgen, sich in der Fanszene des FCW etablieren und sich ansonsten eine gute Zeit machen, das sind wohl die Ziele zunächst für diese Saison. Dass die Jungs aber noch einiges lernen müssen wissen sie selbst.

Leider gibt es auch etwas zu kritisieren. In den schweizer Kurven kommt es noch viel häufiger, als in Deutschland, wenn man es in der Relation sieht, zu verbalen Entgleisungen, die rassistischer, homophober und sexistischer Natur sind. „Schwuchtel“ ist einfach kein Schimpfwort und es gehört auch nicht auf den Fussballplatz. Natürlich sind Emotionen beim Fussball erwünscht und es darf auch gerne sinnfrei gepöbelt werden. Allerdings nicht auf Kosten von sog. Minderheiten. Ich denke, dass jeder, egal welcher Herkunft, welchen Geschlechtes und welcher sexueller Orientierung das Recht hat seinen/ihren Verein zu unterstützen. In diesem Sinne fand ich es gut, dass ein offensichtlich geistig behinderter Junge und auch die Kleinsten desöfteren mal einbezogen wurden und auch mal was Anstimmen, oder die Fahne schwenken durften. Auch, dass im Laufe des Spiels mehr und mehr die älteren Zuschauer zu der Gruppe fanden und immer öfter mit einstimmten, oder selbst etwas anstimmten, darf als Erfolg verbucht werden.

Wenn man diese Ansätze weiter verfolgt, sich auch als Gruppe offen gegen jegliche Form der Diskriminierung ausspricht und der Zusammenhalt in der Fanszene an sich wächst, das heisst, die älteren, nicht so supportwilligen Zuschauer nicht vollends ausschliesst, dann hat das ganze „Projekt“ durchaus grosses Potential, denn unter den Jungs (leider keine Mädels) waren durchaus 4-5 Leute, denen ich die Motivation zutraue das Ganze zu einer dauerhaften und etablierten Sache zu machen.

Auch Wil brachte einige Supporter mit, namentlich die „Sektion K.O.M.A“, die ich bereits in Winterthur erleben durfte. Ein paar Hanseln, die aufgrund der eigenen Position kaum bis gar nicht zu vernehmen waren. Auf dem Weg aus dem Stadion traf ich noch einige der Sektion auf dem Parkplatz. Naja, menschlich wohl eher die stumpfsinnigere Sorte mit fragwürdigem politischen Ansatz (keine Politik, und so…), wobei ich nichts unterstellen will, was ich nicht weiss. Allerdings gibt es Probs für das Tifo-Material der Wiler, welches wohl zu den schöneren in der Challenge-League zu zählen ist und auch das ganze Spiel über oft im Einsatz war. Desweiteren existiert die Gruppe bereits seit 2005, was für eine Gruppierung eines Vereins wie dem FC Wil in meinen Augen beachtlich ist.

Gespielt wurde dann übrigens auch!
Der FC Wohlen siegte in einem engen Spiel letztlich verdient mit 2:1, wobei man auch etwas Glück benötigte. Zwar spielte der Gast aus Wil fast 60 Minuten in Unterzahl, jedoch konnte Wohlen diese zahlenmässige Überlegenheit nicht in Tore ummünzen, sodass es „nur“ mit einer 1:0 Führung in die Pause ging.

Nach dem Wiederanpfiff drückte dann Wohlen mehr. Hierbei belebte besonders der eingewechselte Ronny Minkwitz das Spiel. Jedoch wurden beste Chancen teilweise kläglich vergeben und es kam, wie es kommen musste. Wohlen kassierte einen Konter und Wil konnte quasi aus dem Nichts den Ausgleich markieren.

Es benötigte etwas Glück und einen Fehler des Gästekeepers Brecher, um doch noch die verdienten 3 Punkte auf der Niedermatten zu behalten. Brecher flutschte der Ball unglücklich nach einer schwachen Flanke durch die Finger. Den Patzer nutzte Brahimi zum vielumjubelten Siegtreffer. In den letzten Minuten kam Wil noch einmal gefährlich vors Tor, liess die Chance allerdings liegen, ehe der Schlusspfiff erklang.

Nach Abpfiff bedankte sich das Team artig per Handschlag bei den engagierten Fans, ehe sich die Wege wieder trennten.

Bleibt zu hoffen, dass genügend Jungs (und hoffentlich auch bald ein paar Mädels) an der Sache dran bleiben und nicht die Motivation an dieser Art Unterstützung für den FC Wohlen verlieren.

In diesem Sinne: Hopp Wohle!

Da ist das Ding!

Seit langem schon schwirrt mir die Idee, einen eigenen Blog zu erstellen, auf dem ich die Welt mit Bildern und Berichten meines Lebens beglücke, durch den Kopf.

Nun befinde ich mich in einer Phase meines Lebens, in der einige gravierende Veränderungen anstehen. Der optimale Moment, um oben beschriebenes Gedankenspiel mal zu verwirklichen!

Ein Großteil meines Lebens besteht aus dem schönsten Spiel der Welt, Fußball. Vornehmlich wird es daher hier natürlich auch darum gehen. Allerdings passieren mir ab und an auch andere kuriose Dinge, von denen ich euch dann hier berichten werde. Aber keine Sorge, im Großen und Ganzen geht es hier nur um Fußball, was drumherum so passiert, Groundhopping, ultrige Themen, Politikgedöns und den ganzen anderen Kram, wegen denen wir ein Schattendasein in der Gesellschaft führen.

Jetzt wisst ihr, auf was ihr euch hier einlasst.  Also, have fun!