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16.09.2014, FC Ruswil III – FC Malters III

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Kracherpartie im 5. Liga-Cup der Innerschweiz! Die dritte Mannschaft des FC Ruswil, die sich selbst „Ruswil Drüüü“ nennt, trifft im „Derby“ auf die dritte Mannschaft des FC Malters. Klar, in diesem Spass-Cup gibt es höchtwahrscheinlich nur Lokalderbys, das hält mich aber nicht davon ab mir die Partie dennoch rein zu ziehen.

Also ging es an jenem Dienstagabend entspannt auf die Sportanlage Schützenberg. Normalerweise spielt hier die erste Mannschaft des FCR in der 2. Liga Interregional noch auf mehr oder weniger ansehnlichem Niveau. Aber man will ja auch den Dienstagabend angemessen sinnvoll gestalten.

Genau 13 Minuten benötigte ich, um von der eigenen Haustüre an den Ground zu gelangen. Dort hatte man scheinbar die Rechnung ohne mich gemacht, denn die Partie lief schon, obwohl die angegebene Anstosszeit noch gar nicht erreicht war. Scheinbar hatte der Schiedsrichter es eilig die Partie möglichst schnell zu Ende zu bringen, schien er sich doch mehr für das kurze Zeit später beginnende Match in der Champions League zwischen dem FC Basel und Real Madrid zu interessieren. Anders lässt sich seine ständige Fragerei nach dem momentanen Spielstand und sein extremer Leistungsabfall nach dem 3:0 für Real nicht erklären.

Vor Ort handgezählte sieben Zuschauer, wenn man nicht kleinlich ist und die An- und Abwanderbewegung einzelner Personen nicht berücksichtigt. Die volle Partie sah eigentlich, so vermute ich, nur der nette ältere Herr, zu dem ich mich nach der obligatorischen Stadionrunde gesellte. Dieser harrte nämlich unermüdlich auf der einzigen Tribüne aus, während sich der Rest der Zuschauer spätestens zur Halbzeit ins Vereinsheim verdünnisierte, um dort das angesprochene CL-Match zu verfolgen.

Für Highlights sorgte zunächst das Spiel jedoch nicht. Da mussten schon die Höhepunkte ausserhalb des Rasens herhalten, um mir ein erstes Schmunzeln zu entlocken. Unmittelbar vor mir hatte sich ungefähr zur 15. Minute ein Päärchen eingefunden, dass man so gut auch in irgendeinem versifften Nazikaff in Sachsen hätte antreffen können. Er mit Bier in der Hand, versifftem Pullover, lila Jogginghose. Sie komplett im grauen Jogger gekleidet. Herrlich!

Nun entglitt dem männlichen Part der beiden dann nach wenigen Minuten ein deftiger Rülpser. Das war dann scheinbar sogar seiner Gattin zu viel, kurz darauf warden die beiden nämlich nicht mehr gesehen.

Auf dem Platz wie gesagt magere Kost. Einziger Höhepunkt der Partie war ein, natürlich genau so gewollter, Schuss aus gut 40 Metern, der seinen Weg über den Torwart hinweg ins Tor fand. 1:0 für die Gäste. Noch vor der Pause machte Malters das 2:0, ehe Ruwsil noch einmal auf 1:2 heran kam. Nach der Pause gab es eigentlich nur mieses Gebolze und aggressives Geholze von beiden Mannschaften, wobei Ruswil da noch eine Schippe mehr drauf legte, als die Gäste. Malters machte noch zwei Buden, die allesamt aus individuellen Fehlern der Ruswiler resultierten, und schaukelte das Ding nach Hause.

Als erster verliess der Schiedsrichter das Feld, um sich ungeduscht auch im Vereinsheim breit zu machen und den Rest des CL-Matchs zu begutachten.

Nettes Spielchen am Dienstabend, Amateurfussball in Reinkultur, dafür aber arschkalt, sodass ich mir direkt ne Erkältung einfing.