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20.09.2014, FK Litomerice – SK Horni Mecholupy 1:0

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Next stop: Litomerice!
Nach gut zweistündiger Fahrt inklusive Pinkelpause an einer Tanke, an der man nicht tanken konnte, erreichten wir die ca. 24.000 Einwohner zählende, ehemalige Kreisstadt Litomerice, wo das Spitzenspiel der 4. Liga Division B auf uns wartete.

Der auf Platz 2 stehende Gastgeber aus Litomerice erwartete den Tabellenführer. Hohe Fussballkunst sollte uns also erwarten!

Wenige Minuten vor Anpfiff erreichten wir den Ground. Erste Reaktion: Staunen! Zwar verfügt das „Stadion FK Litomerice“ nur über einen Ausbau auf einer einzigen Seite. Der kann sich dafür aber sehen lassen! Eine imposante Haupttribüne, komplett mit Sitzbänken ausgestattet, stilecht zu lang für den Ground, mit einer etwas deplazierten „Stehplatzwand“ an der rechten, und ranzigen, alten Stehrängen auf der linken Seite. Abgesehen von den Stehplätzen war das ganze dann auch überdacht und der Eintritt mit 8 Kronen ein echter Schnapper.

Während das Spiel schon lief wuselten wir wie kleine Buben, die gerade den neuen Nintendo zu Weihnachten bekommen haben, über die Tribüne, schnupperten einfach mal in der Geschäftsstelle rein, bestaunten das wirklich grandiose Vereinsheim und gönnten uns die erste Klobasa des Tages. Zumindest ich tat dies, während Pascal lieber verzichtete und sich in der Halbzeit einen Döner aus der unmittelbar neben dem Ground gelegenen Schmierbude gönnte.

Auf dem Platz gab es entgegen der Ausgangskonstellation nur Magerkost zu sehen, sodass wir zur Halbzeit ein ernüchterndes Resumee zogen. Bis uns einfiel, dass wir ja in Tschechien sind und da natürlich andere Massstäbe gelten, weshalb wir dann doch zu dem Entschluss kamen, dass wir einen absoluten Kracher zu sehen bekommen.

Gegen Ende der Partie hatten wir uns schon mit einem torlosen Unentschieden abgefunden, ehe der Gastgeber doch irgendwie noch die Kugel ins Netz beförderte. Beim Versuch die Führung nun über die Zeit zu bringen schreckten die Gastgeber dann vor nichts zurück. So forderte der Stadionsprecher die Ballkinder wild gestikulierend dazu auf, die Bälle einfach liegen zu lassen, statt ihnen hinterher zu rennen. Fair Play wird hier noch gross geschrieben!

Pascal indes sorgte mit dem Wunsch nach einem Schal dann noch für einigen Wirbel in der Geschäftsstelle, hielt das Objekt der Begierde dann letztlich doch in den Händen.

Nach Abpfiff stellten wir fest, dass man es in Tschechien mit den geltenden Spielzeiten wohl nicht so eng sieht und die Partie doch einfach mal knappe 20 Minuten später zu Ende war, als eigentlich einkalkuliert, was an der Halbzeitpause fest zu machen ist, die einfach mal statt der üblichen 15 Minuten satte 25 Minuten dauerte.

Also fix in die Karre, denn in der Hauptstadt warteten bereits die nächsten Abenteuer auf unsere Helden.

PS: Ich brauche endlich mal eine vernünftige Kamera, da der Ground auf meinen Bildern nicht annähernd so wahnsinnig geil rüber kommt, wie er uns direkt vor Ort vorgekommen ist.

16.08.2014, Sportfreunde Siegen – FSV Frankfurt 2:2, 3:3 n.V., 4:5 n.E.

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Die Partie des Abends sollte nämlich in Siegen stattfinden, wo ich von der Turnschuhcrew netterweise persönlich begrüsst wurde. 😉
Auf den ersten Blick klingt die Paarung für viele natürlich jetzt ein wenig unspannend. War es aber nicht!

Absolute Kracherpartie mit einem positiven Ende für meine Freunde aus Bornheim, die ich heute auch wieder sangesfreudig unterstützen durfte und dabei eine flotte Sohle aufs Parkett legte. Von PGU der bisher beste Auftritt, den ich hautnah erleben durfte. Der Vorwurf, dass Snare Drums absolut nicht spielbezogen sind, sollte sich heute erstmals nicht bewahrheiten. Emotionen, Leidenschaft, guter Support, all das gabs heute zu sehen und zu hören. Absolut starker Auftritt von PGU! Schade, dass es in Bornheim ansonsten leider viele Scheissfans gibt.

So tauchte in der Halbzeit plötzlich ein alter Mann auf, den vorher noch nie jemand gesehen hatte, und wollte in 15 Minuten die Szeneteilung ad acta legen. Dabei kam dann raus, dass er NPD-Wähler ist, weil ihn die, Zitat: „Scheiss Zigeuner auf den Sack gehn…“. Ohne Worte.

Die Partie lieferte dann natürlich ebenfalls genügend Gesprächsstoff. 2:0 Führung für die Aussenseiter, Ausgleich, Platzverweis, unmittelbar danach 3:2 für Siegen, utopischer Jubel, minutenlange Diskussionen, an dessen Ende das Tor dann doch nicht gilt. Nun utopischer Jubel im Gästeblock, sinnloser Rauch in Rot von irgendwelchen Stumpfnasen im Gästeblock, 3:2 in Unterzahl für Bornheim, Ausgleich in letzter Minute für Siegen, Elfmeterschiessen, Klandt hält 3 Elfmeter, Sieg Bornheim. Ole!

Von Siegen konnte ich derweil nichts vernehmen, was jedoch nicht an einem schlechten Auftritt, sondern lediglich an der in dieser Hinsicht ungünstigen Positionierung im Gästeblock lag. So stand TSC quasi direkt neben uns, sodass eine Wertung schlicht nicht möglich ist. Allerdings fiel der Jubel bei den Toren der Heimmannschaft im ganzen Rund doch sehr brachial aus. Klar, letztmals kickte Siegen im Jahr 2006 im DFB-Pokal mit und nach so einer langen Durstrecke lechzt man in Siegen ja auch quasi nach solchen Partien.

Das Stadion indes ist in meinen Augen eine absolute Augenweide! Ein weites Rund, zwar mit Laufbahn, aber ich mag das ja irgendwie. Viele Stehplätze, alte und ranzige Haupttribüne und es riecht einfach noch nach Fussball. Daumen hoch!

Die Blocksperre nach der Partie war dann eher nervig, lag doch noch eine rund vierstündige Autofahrt nach Hamburg vor mir.
Ein kompetenter Siegener meinte einen Bornheimer Familienvater mit Sohnemann im Schlepptau anzurotzen, was SC und Co. natürlich nicht so geil fanden. In diesem Fall auch absolut verständlich!

Weiterhin auffällig das abolut überzogene martialische Auftreten der Polizeikräfte. Da stehen schon weit vor Anpfiff bis unter die Zähne bewaffnete Einheiten um den Gästeblock und lassen niemanden den Vorplatz (!) verlassen, wenn man diesen erst einmal betreten hat. Völlig sinnlos und wenig deeskalierend.
Letztlich konnte ich mich um exakt Mitternacht auf den Weg gen Norden machen, wo ich auch um 4:00 Uhr in der Frühe ankam und wenigstens noch für ein paar Stunden die Augen schliessen konnte, ehe ein weiterer langer, aber grandioser Tag vor mir liegen sollte.